Nützliche Tipps für Sie


Hier finden Sie Tipps zur Ersten Hilfe (saisonabhängig), zum vorbeugenden Bevölkerungschutz und zu ausgewählten Themen, die für Sie und Ihre Familien interessant und wichtig sein könnten.



EH – Tipp für den Monat Juni

 

Zeckenbisse können schlimme Folgen haben.

 

Zecken: 

Zecken sind parasitisch lebende Milben. Die in unseren Breiten vorkommende Schildzeckenart „Gemeiner Holzbock“ saugt an verschiedenen Tierarten und auch am Menschen. Dabei können von der Zecke, bei Wirtstieren aufgenommene, Krankheitserreger auf den Menschen übertragen werden.

 

Wann und wo kommen Zecken vor?

Der gemeine Holzbock kommt überall in Deutschland vor. Er braucht ein mildes Klima und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Lebensräume dieser Zeckenart sind z.B. Sträucher, Büsche, Gräser meist in Parks, Wäldern oder (Vor-.) Gärten und Hecken.

Zecken krabbeln meist in Bodennähe auf feuchtem Untergrund. Die winzigen Zeckenlarven und kleinen Nymphen klettern nur ca. 50 cm an Gräsern und Büschen empor. Die erwachsenen Zecken bis zu 150 cm und suchen dort nach ihren Opfern.

Die eigentliche „Zeckensaison“ d.h. die Zeit der größten Zeckenaktivität, sowie der höchsten Wahrscheinlichkeit der Krankheitsübertragung auf den Menschen ist von März bis Oktober mit Häufungen im Mai / Juni und September.

 

Der Lebenszyklus der Zecke:

Die Entwicklung des Gemeinen Holzbocks geht vom Ei über die Entwicklungsstadien „ Larve “, „ Nymphe „ zum ausgewachsenen Zeckentier. Da die Zecke in jedem der o. g. Entwicklungsstadien eine Blutmahlzeit be- nötigt, ist mit allen Entwicklungsstadien auf der menschlichen Haut zu rechnen.

 

Der Zeckenbefall:

Ist ein geeigneter Wirt ( auch Mensch ) in der Nähe wird dieser sofort durch die Zecke erstiegen und nach einem geeigneten Saugplatz gesucht. Diese Saugplatzsuche kann mehr als 12 Stunden dauern. Der Saugakt kommt nur langsam in Gang und kann je nach Entwicklungsstadium mehr als 12 Stunden dauern. Die Zecken nehmen beim saugen beträchtlich an Körpergröße zu.

 

Krankheitsübertragung durch Zecken:

Der Stichvorgang in die Haut dauert 10 Minuten. Die Sägezähne des Rüssels werden in der Haut verankert. Dabei sondert die Zecke Speichel ab, der die Einstichstelle betäubt, die Blutgerinnung hemmt und das Gewebe auflöst. Dieser Vorgang wird oft nicht bemerkt. Danach beginnt ein mehrtägiger Saugvorgang. Durch den Saugvorgang können Krankheitserreger übertragen werden.  

 

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

                       

Die Lyme - Borreliose , Borreliose Lyme – Krankheit

 

Krankheitsbild: 


1. Stadium: Nach ca. 3 – 30 Tagen ( ! ) kommt es bei Erkrankten zu einer ca. handtellergroßen Hautrötung um die Bissstelle. Diese erblasst im weiteren Verlauf in der Mitte und dehnt sich nach Außen hin aus (Wanderröte).   

                           

2. Stadium: Als nächstes ev. auch ohne vorherige Hauterscheinungen können grippeähnliche Beschwerden mit Fieber und Gliederschmerzen auftreten. Später können, auch nur isoliert, Gelenke befallen sein (Arthritis), Krankheitszeichen am Herzen ( Herz-rhythmusstörungen) oder an den Nerven ( Sehstörungen, Gehörprobleme, Gefühlsstörungen ) auftreten.

 

 Die Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

 

Krankheitsbild:  

Ein bis Zwei, selten drei Wochen nach einem Zeckenbiss treten zunächst grippeähnliche Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Halsschmerzen, sowie Fieber auf. Danach folgt ein mehrtägiges ( ein – 20 Tage) beschwerdefreies Intervall. Anschließend entwickelt sich eine Hirnhautentzündung (Meningitis) mit Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und hohem Fieber sowie einem starkem Krankheitsgefühl.

 

Wie kann man sich vor Zeckenbissen schützen und Krankheiten vorbeugen?

 

Kleidung:           erschwert das Aufwandern der Zecken auf die Haut.

                                     Geschlossenes Schuhwerk oder Gummistiefel, sowie lange Hosen tragen.

                                     Socken oder Strümpfe über die Hosenbeine ziehen.

Haut:                     Haut mit Insektenschutz einreiben und Einwirkzeit beachten.


Aufgewanderte Zecken sollten schnellstmöglich abgesammelt werden z. B. während Rastpausen. Helle Kleidung erleichtert das Auffinden.                                 

Nach dem Aufenthalt im Freien duschen, die Haut gut abreiben und den Körper systematisch nach Zecken absuchen.

Bei Erwachsenen:    im Bereich der Beine und des Unterkörpers suchen.

Bei Kindern:            im Bereich Oberkörper, Kopf (insbesondere am Haaransatz) suchen.

 

Insbesondere auf die winzigen Larven und kleinen Nymphen achten, die wie Sommersprossen aussehen können.

 

Impfung:      

In Deutschland wird die vorbeugende Schutzimpfung gegen FSME empfohlen. Insbesondere für Bewohner der Risikogebiete.

 

Hilfe nach einem Zeckebiss

Die Zecke muss schnellstmöglich und schonend entfernt werden (allerspätestens nach 36 Stunden ). Traut man sich die Zeckenentfernung selbst nicht zu, bleibt genug Zeit einen Arzt aufzusuchen. Zecke so nahe an der Haut, wie möglich und oberhalb des Stechwerkzeuges behutsam fassen ( sehr feine aber feste Pinzette, feine Zeckenzange, Fingernägel o. ä.) und die Zecke mit kontinuierlichen und festem Zug entfernen. Langes hantieren an der Zecke und Quetschen des Zeckenkörpers dabei unbedingt vermeiden. Sollte der Saugrüssel in der Haut stecken bleiben ist das nicht schlimm. Der menschliche Körper erkennt ihn als Fremdkörper und stößt ihn ab. Dabei kann es zu Entzündungsreaktionen kommen.

Gelingt die Zeckenentfernung nicht oder nur unvollständig unbedingt einen Arzt aufsuchen.

 

Merke:

Zecke niemals mit Öl, Leim, Klebstoff oder Sonstigen in der Absicht benetzen, sie abzutöten. Die Zecke wehrt sich in Ihrem Todeskampf dagegen und stößt vermehrt Krankheitserreger aus 80 % der Erkrankungen (Borreliose und FSME) sollen noch immer auf derartige Quetschungen und Vorbehandlungen der Zecke zurückzuführen sein! Zeckenbiss sorgfältig desinfizieren, beugt einer Wundinfektion vor. Impfschutz gegen Tetanus überprüfen lassen.

Zeckenbiss und auch nur ein vermuteter Zeckenbiss , sorgfältig dokumentieren

           - Wann erfolgte der Biss (vermutlich, wurde Zeckenbiss festgestellt)?

           - Wo erfolgte der Biss?

        -  Wann wurde die Zecke entfernt?

Zecke ggfs. In einem Döschen aufbewahren (beschriften für ev. spätere Analysen der Zecke aufbewahren)

Bissstelle in den nächsten Tagen und Wochen (mindestens vier) sorgfältig beobachten.

Spätestens beim Auftreten auffälliger Beschwerden: ringförmige Rötung (Wanderröte), Ausschlag, grippeartige Beschwerden, Gelenk- und Kopfschmerzen oder Übelkeit unbedingt einem Arzt aufsuchen.

Zeckenbissdokumentation als Gedächtnisstütze mitnehmen.


Quellen zu Weiterlesen:

Robert-Koch-Institut (RKI): www.rki.de

Centers für Disease Control and Prevention (CDC): www.cdc.gov

                                                          

 

 

 

 

           







 
 
 
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